Nun auch noch Etwas aus der Heymath. Vor einigen
Tagen kam Wilhelm mit Frau und Sohn ’mal hieher,
– er selbst mußte aber Abends mit Otto wied. in dem-
selben Wagen wied zurückfahren, Beyde waren munter
u. wohl; die Kinder hatten in letzter Zeit etwas gekränkelt
u. die Mutter hatte ein nachhaltiges Zahn- u. Backenleiden –
woran ihr dortiger Arzt zuletzt glaubte schneiden zu
müssen – hiehergekommen, nimmt Mohel ihr einen Zahn
weg, unter welchem der Fehler steckte, u. nun dies
beseitigt ist, wird der äußre Knoten sich auch wol
vertheilen lassen; sowol dieser Affaire wegen, wie
auch einmal etwas v. d. hies.[igen] Welt-Theater udg. –
zu genießen, verweilt sie – denk’ ich – ein paar Wochen,
was dem guten Frauchen wol einmal z. gönnen ist.
Tagen kam Wilhelm mit Frau und Sohn ’mal hieher,
– er selbst mußte aber Abends mit Otto wied. in dem-
selben Wagen wied zurückfahren, Beyde waren munter
u. wohl; die Kinder hatten in letzter Zeit etwas gekränkelt
u. die Mutter hatte ein nachhaltiges Zahn- u. Backenleiden –
woran ihr dortiger Arzt zuletzt glaubte schneiden zu
müssen – hiehergekommen, nimmt Mohel ihr einen Zahn
weg, unter welchem der Fehler steckte, u. nun dies
beseitigt ist, wird der äußre Knoten sich auch wol
vertheilen lassen; sowol dieser Affaire wegen, wie
auch einmal etwas v. d. hies.[igen] Welt-Theater udg. –
zu genießen, verweilt sie – denk’ ich – ein paar Wochen,
was dem guten Frauchen wol einmal z. gönnen ist.
Von Berlin hörte ich seit Weynachten nichts – u.
doch! nach einem Brf. v. Rohs an Cölln, ging’s ihnen
im neuen Jahr noch wohl. R. will seine Enkelin
gern nach Crefeld zu Bahhe’s zu ihrer Ausbildung
geben u. erkundigten sich bey C. darnach – Lotte
war doch in deren Institut. Dies arme Kind. lei-
det schon seit 14 Tag. an Geschwüren, u. zwar jezt am
Zeigefinger der rechten Hand, weshalb sie dir zu
ihrem Kummer, auch jezt nicht schreiben kann, auch
wird sie sie ein p. Wochen noch Nichts recht‘s wied. vor-
nehmen können – große Schmerzen hat sie jedoch nicht.
Im künftigen Mt. sollte sie nach Pyrmont abgehen, es fragt
sich aber, ob es noch bis dahin so weit mit ihr ist. –
doch! nach einem Brf. v. Rohs an Cölln, ging’s ihnen
im neuen Jahr noch wohl. R. will seine Enkelin
gern nach Crefeld zu Bahhe’s zu ihrer Ausbildung
geben u. erkundigten sich bey C. darnach – Lotte
war doch in deren Institut. Dies arme Kind. lei-
det schon seit 14 Tag. an Geschwüren, u. zwar jezt am
Zeigefinger der rechten Hand, weshalb sie dir zu
ihrem Kummer, auch jezt nicht schreiben kann, auch
wird sie sie ein p. Wochen noch Nichts recht‘s wied. vor-
nehmen können – große Schmerzen hat sie jedoch nicht.
Im künftigen Mt. sollte sie nach Pyrmont abgehen, es fragt
sich aber, ob es noch bis dahin so weit mit ihr ist. –
Von sonstigen Persönlichkeiten könnte ich Dir noch Manches mit-
theilen, indeß interessiert Dich der größte Theil d. Detmold.
Welt eigentl. wenig; die Oeffentlichkeiten vielleicht etwas mehr
von diesen kannst Du aber aus manchen deutschen Zeitungen eine
hinreichende Ansicht gewinnen – wenn du neml. dergl. jezt
noch habhaft wirst? Am allergroteskesten übrigs. nimmt
sich unsre jetzige „Staatsverfassung“ im Berl. Wochenblt. aus –
was dir aber wol nicht zu Gesicht kommen wird? Carl – den
diese Dinge natürl. sehr in Afekt bringen – trägt mir denn schon
dergl. zu. Mit nächstem denk‘ ich, macht er sich auch gegen Dich Luft
Ich wünschte, Du könntest bisweilen Zeuge unsrer Abendunterhltg. sein -
Übrigs. stört mich dies mn. Schlaf nicht, wie ich – außer mn . stechenden
Leiden in und am Kopf – diesen Winter leidlich genug hinbringe; sonst
krankt man hier viel, u. sind namentl. viele Frauen währd. der
letzten Zt. gestorben. Jezt liegt die M. v. Cölln krank darnieder –
wodurch unsre Cölln’s auch natürlich sehr in Anspruch genommen
sind.
theilen, indeß interessiert Dich der größte Theil d. Detmold.
Welt eigentl. wenig; die Oeffentlichkeiten vielleicht etwas mehr
von diesen kannst Du aber aus manchen deutschen Zeitungen eine
hinreichende Ansicht gewinnen – wenn du neml. dergl. jezt
noch habhaft wirst? Am allergroteskesten übrigs. nimmt
sich unsre jetzige „Staatsverfassung“ im Berl. Wochenblt. aus –
was dir aber wol nicht zu Gesicht kommen wird? Carl – den
diese Dinge natürl. sehr in Afekt bringen – trägt mir denn schon
dergl. zu. Mit nächstem denk‘ ich, macht er sich auch gegen Dich Luft
Ich wünschte, Du könntest bisweilen Zeuge unsrer Abendunterhltg. sein -
Übrigs. stört mich dies mn. Schlaf nicht, wie ich – außer mn . stechenden
Leiden in und am Kopf – diesen Winter leidlich genug hinbringe; sonst
krankt man hier viel, u. sind namentl. viele Frauen währd. der
letzten Zt. gestorben. Jezt liegt die M. v. Cölln krank darnieder –
wodurch unsre Cölln’s auch natürlich sehr in Anspruch genommen
sind.
[Quer am linken Rand:]
Heute – d 25ten sollen diese Blätter abgehen – Wann werden sie dich erreichen?
Mögen sie dich nur im besten Wohlsein antreffen! Von Allen den
Unsrigen empfängst du die allerbesten u. zugl. dankbarsten Grüße.
Gott sei ferner mit dir mein theurer Sohn!
Mögen sie dich nur im besten Wohlsein antreffen! Von Allen den
Unsrigen empfängst du die allerbesten u. zugl. dankbarsten Grüße.
Gott sei ferner mit dir mein theurer Sohn!
Deine
ewig treue Mutter.
ewig treue Mutter.