sind ruinös in Stuttgart (die
Miethen, je nachdem, variiren
zwischen 1400 u. 3000 Gulden, –
für meinen 3ten Stock zahle ich
850, u. mein Nachfolger wird
1000 Gulden dafür zahlen), –
außerdem sehnen wir uns nach
Landluft, nach Wald u. nach
Wasser. Wir wollen uns im Schwarz-
wald u. am Rhein umsehn. Wenn nur
der Umzug mit seinen Wirren nicht
wäre! Und das Ein- u. Auspacken
meiner Bibliothek! Ich lasse Dich
jedenfalls wissen, wohin wir ziehen,
sobald wir selbst es wissen. Am
25. Juli (Jacobi) muß ich jeden-
falls hier geräumt haben.
Nun lebewohl für heute, lieber
Merckel! Der Brief ist länger gewor-
den, als ich beabsichtigte. Die Feder
geht eben durch trotz aller Müdig-
keit. Herzl. Grüße auch von meiner Frau!
Und grüß’ mir Deine Brüder, Vetter
Gustav u. alle Freunde! Nochmals
[weiter quer am linken Rand]
Dank für alle Liebe u. Nachsicht!
Ueber die neue Ausgabe von Grabbe ein andermal!
Immer Dein alter Getreuer
F. Freiligrath