alle politische Poesie u. als die gesammte „schlechte
Presse“. Das Verdienst dieser letzteren bleibt es
dann freilich, jene Borniertheit bis auf den
Punkt gebracht zu haben, auf welchem angekommen
sie sich geberden mußte, wie wir es am 11. April
erlebt haben, u. so sind sie doch zuletzt die Haupt-
hebel des Stücks Weltgeschichte, welches eben zu Ber-
lin abgespielt wird. –
Ich lebe hier still u. zurückgezogen, wie
zuvor, arbeite viel u. dichte mäßig. Wir
haben seit Dezember ein kleines nettes Haus
bezogen, zwischen Wiesen u. Bäumen fern von
der Stadt, nahe aber dem Kirchhofe, auf welchem
unsere kleine Marie schläft. Deutsche Bilder füllen
unsere Wände, deutsche Erinnerungen unsere
Herzen. Ohne Sentimentalität, versteht sich; dazu
hat man in diesem Treiben keine Zeit. Käthchen
ist ein prächtiges Kind, alle Tage wachsend, alle
Tage gescheidter. Sie versteht deutsch u. englisch,
spricht aber erst wenig – auch aus beiden Sprachen
durcheinander. Den Milchbuben nennt sie boy,
ein Ei aber auf deutsch Ei, Gar herzig klingt
ihr „o dear!“, wenn sie mich umarmt. Erhalte
sie Gott!
Ida war in den letzten Monaten unwohl — jetzt
geht es wieder besser. Der Tod des Kindes hatte
sie sehr mitgenommen, u. sie ist überdies noch
immer zart u. schwach, wenn auch im Ganzen
kräftiger, als früher. –
Die Englische Gesellschaft cultiviren wir wenig;
die Ermüdung, welche bei den riesigen Entfernun-
gen damit verbunden ist, greift Ida zu sehr an,
auch ziehen wir es vor, die Abende traulich für uns
zu verleben. Doch hab’ ich schon manche interessante
Bekanntschaft gemacht: Barry Cornwell, Tennyson,