Jahre verlassen, mußte dann, in eben
dieser finstern Hansastadt Soest, die
mich in diesem Augenblicke v. Hugo’s „Ori-
entalen u. Balladen“ verdollmetschen
sieht, fünf Jahre lang einen Spece-
reyladen hüten helfen, u. darnach
einen gleichen Zeitraum zu Amsterdam
auf einem staubigen Comptoir ver-
hocken. Und immer regte sich der
Drang nach anderm, als trockenem
merkantilischem, Wissen; u. innen
vertrockneten Lieder, die, wären
sie in’s Leben hinausgetreten, von
den nächsten Umgebungen wahrscheinlich
mit dem Hohne eines: „Sieh’ da,
wahrhaftig ein Dichter!“ empfangen
worden wären. Und dazu dieser
Drang nach Auszeichnung, dieses
Tag u. Nacht nicht verstummen-
de: Anch’io! Dieses fieberhafte
Auffahren, wenn ein Gleichaltriger,
von den Göttern in lichtere Bahn Ge-
schleuderter den Ritterschlag erhielt,
daß die Silberrüstung des neuen
Kämpen klirrend das ganze
Deutschland durchrasselte! ‒ Sie kennen
das! ‒ Und wer will uns deshalb
verdammen? Ohne Ehrgeiz ist kein
Dichter möglich! Und mögen sie alle
dieser finstern Hansastadt Soest, die
mich in diesem Augenblicke v. Hugo’s „Ori-
entalen u. Balladen“ verdollmetschen
sieht, fünf Jahre lang einen Spece-
reyladen hüten helfen, u. darnach
einen gleichen Zeitraum zu Amsterdam
auf einem staubigen Comptoir ver-
hocken. Und immer regte sich der
Drang nach anderm, als trockenem
merkantilischem, Wissen; u. innen
vertrockneten Lieder, die, wären
sie in’s Leben hinausgetreten, von
den nächsten Umgebungen wahrscheinlich
mit dem Hohne eines: „Sieh’ da,
wahrhaftig ein Dichter!“ empfangen
worden wären. Und dazu dieser
Drang nach Auszeichnung, dieses
Tag u. Nacht nicht verstummen-
de: Anch’io! Dieses fieberhafte
Auffahren, wenn ein Gleichaltriger,
von den Göttern in lichtere Bahn Ge-
schleuderter den Ritterschlag erhielt,
daß die Silberrüstung des neuen
Kämpen klirrend das ganze
Deutschland durchrasselte! ‒ Sie kennen
das! ‒ Und wer will uns deshalb
verdammen? Ohne Ehrgeiz ist kein
Dichter möglich! Und mögen sie alle