Nun ein König Ludwig Bild. im Jahre 1831 wurde ich vom
Diener des Künstler Vereines, im Auftrage einer hohen Person, befragt „was ich für eine
Bildniß Büste in Gyps nehme“ Ich sagte sogleich „sagen sie dem Könige, daß ich wie von jeden
anderen Besteller 10 Carolin, d.i. 20 Dukat nehme. Ein paar Tage darauf ersah ich, daß ich
recht gehabt, Majestät befahl mir mit Modelliergeräthe ins Schloß zu kommen; dort ward mir
ein Zimmer mit schönem Lichte angewiesen und als ich mich zur Arbeit eingerichtet hatte, kam
die Majestät „Bandel können sie englisch“ ? Nein Maj: „Könne sie französich? italienisch? spanisch?
ich sagte, daß ich letztere Sprachen wohl verstehe und auch die 2 ersteren leidlich sprechen könne.
Da entfernte sich Maj. und erschien wieder mit einer wirklich schönen Frau, die mich gut deutsch
anredete. Ihr Kopf zeigte indische Rase, schmale hohe Stirn \ / schräg liegend geschlitzte Augen,
feinen schmallippigen Mund, spitzes Kinn, alle Theile in schönen, anmuthigen Verhältniß –
der Kopf auf schlankem runden Hals und voller Brust. Es war die vom Lord Ellenborug / so deutsch
lautend /: durchs Parlament geschiedene Frau. Ich mußte die Büste über Lebensgroß beginnen.
Die Dame nahm vom Bildhauer wenig Notiz und Majestät las ihr Lord Byron’s Don Juan vor
aber so, daß ich mit verstund, zumal da, wenn M. es selbst nicht verstund die Ladi, französisch,
italienisch oder deutsch übersetzend erklärte. Diese Unterhaltung ergötzte mich, hielt aber mein
Vorschreiten in der Arbeit sehr zurück. Eine Arbeit die ich sonst in wenig Stunden machte währte
so sehr lange :/ 10 Sitzungen, jede 2–3 Stunden /: M. kam und gieng mit der Dame. Als ich in 3tn
Sitzung die Büste fast fertig hätte, äußerte M. „ach! hätte ich die Büste doch nur lebensgroß machen
lassen“ Ich „dazu können wir bald helfen“ nahm eine Schur und schnitt die Büste mitten quer
durch die Naase, nahm die überflüssige Masse ab, drückte die beiden Theile wieder auf einan=
der und das schöne Gesicht mit großer Stirn und großen Mund und Kinn und der nun kurzen dicken
Naase sah ganz verwünscht komisch aus. L: erschrack und M. trieb mich an schnell möglichst eine
Änderung zu machen, ich schnitt nun schnell möglichst an dem Kopfklumpen herum, die Sitzung
ward beendet und ich richtete mein Modell allein für nächste Sitzung her, in der die Arbeit
natürlich wie von vorn an fortgeführt wurde; da hatte sich aber die Geduld der M. erschöpft und
ein fortgesetztes Drängen und Nörgeln störte mich an der Arbeit, da riß mir auch die Gedult ab
und ich reichte der M: einen Modellierstift hin mit dem Zeichen selbst zu modelliren –
na schöne Geschichte! – Ladi ward blaß – Maj. roth – kleine allgemeine Stille – noch – Maj:
„ich kann ja nicht modelliren! – Ich „wenn ich es soll, dann darf Maj: mich aber nicht stöhren.
Etwas übel nahm es Maj: und entfernte sich diesesmal allein. Da ward L lebendig „Wie
konnten sie sich das unterstehen? – warum – ich konnte ja nicht anders weiter kommen – L: wenn
der König es ihnen nun so gemacht hätte wie dem Maler ……. der mein Bild gemalt – I.
„nun wie machte er es? – Eine Farbe im Bilde wollte der König anders, der Maler sagte auf
jemaliges Drängen zu einer Aenderung, er könne das nicht thun ohne sein Bild zu verderben, da
ward der K. böse, riß den Maler Balette und Pinsel aus der Hand warf sie zu Boten und gab dem Maler
Diener des Künstler Vereines, im Auftrage einer hohen Person, befragt „was ich für eine
Bildniß Büste in Gyps nehme“ Ich sagte sogleich „sagen sie dem Könige, daß ich wie von jeden
anderen Besteller 10 Carolin, d.i. 20 Dukat nehme. Ein paar Tage darauf ersah ich, daß ich
recht gehabt, Majestät befahl mir mit Modelliergeräthe ins Schloß zu kommen; dort ward mir
ein Zimmer mit schönem Lichte angewiesen und als ich mich zur Arbeit eingerichtet hatte, kam
die Majestät „Bandel können sie englisch“ ? Nein Maj: „Könne sie französich? italienisch? spanisch?
ich sagte, daß ich letztere Sprachen wohl verstehe und auch die 2 ersteren leidlich sprechen könne.
Da entfernte sich Maj. und erschien wieder mit einer wirklich schönen Frau, die mich gut deutsch
anredete. Ihr Kopf zeigte indische Rase, schmale hohe Stirn \ / schräg liegend geschlitzte Augen,
feinen schmallippigen Mund, spitzes Kinn, alle Theile in schönen, anmuthigen Verhältniß –
der Kopf auf schlankem runden Hals und voller Brust. Es war die vom Lord Ellenborug / so deutsch
lautend /: durchs Parlament geschiedene Frau. Ich mußte die Büste über Lebensgroß beginnen.
Die Dame nahm vom Bildhauer wenig Notiz und Majestät las ihr Lord Byron’s Don Juan vor
aber so, daß ich mit verstund, zumal da, wenn M. es selbst nicht verstund die Ladi, französisch,
italienisch oder deutsch übersetzend erklärte. Diese Unterhaltung ergötzte mich, hielt aber mein
Vorschreiten in der Arbeit sehr zurück. Eine Arbeit die ich sonst in wenig Stunden machte währte
so sehr lange :/ 10 Sitzungen, jede 2–3 Stunden /: M. kam und gieng mit der Dame. Als ich in 3tn
Sitzung die Büste fast fertig hätte, äußerte M. „ach! hätte ich die Büste doch nur lebensgroß machen
lassen“ Ich „dazu können wir bald helfen“ nahm eine Schur und schnitt die Büste mitten quer
durch die Naase, nahm die überflüssige Masse ab, drückte die beiden Theile wieder auf einan=
der und das schöne Gesicht mit großer Stirn und großen Mund und Kinn und der nun kurzen dicken
Naase sah ganz verwünscht komisch aus. L: erschrack und M. trieb mich an schnell möglichst eine
Änderung zu machen, ich schnitt nun schnell möglichst an dem Kopfklumpen herum, die Sitzung
ward beendet und ich richtete mein Modell allein für nächste Sitzung her, in der die Arbeit
natürlich wie von vorn an fortgeführt wurde; da hatte sich aber die Geduld der M. erschöpft und
ein fortgesetztes Drängen und Nörgeln störte mich an der Arbeit, da riß mir auch die Gedult ab
und ich reichte der M: einen Modellierstift hin mit dem Zeichen selbst zu modelliren –
na schöne Geschichte! – Ladi ward blaß – Maj. roth – kleine allgemeine Stille – noch – Maj:
„ich kann ja nicht modelliren! – Ich „wenn ich es soll, dann darf Maj: mich aber nicht stöhren.
Etwas übel nahm es Maj: und entfernte sich diesesmal allein. Da ward L lebendig „Wie
konnten sie sich das unterstehen? – warum – ich konnte ja nicht anders weiter kommen – L: wenn
der König es ihnen nun so gemacht hätte wie dem Maler ……. der mein Bild gemalt – I.
„nun wie machte er es? – Eine Farbe im Bilde wollte der König anders, der Maler sagte auf
jemaliges Drängen zu einer Aenderung, er könne das nicht thun ohne sein Bild zu verderben, da
ward der K. böse, riß den Maler Balette und Pinsel aus der Hand warf sie zu Boten und gab dem Maler