Lieber Herr Schulrath!
Fern dem geliebten Vaterlande, daß ich schon seit fast fünf Jahren nicht betrat, und nach dem ich [mich]
so innigst sehne, von dem ich so selten Kunde erhalte, feierte ich das lezte Mal meinen Geburtst[ag]
[Textverlust] Lande, auf Appenzell’s freien Höhen. Denn leider kennt man auch in den [Textverlust]
nur in wenigen Gegenden Freiheit, nur im reformierten Theile des Cantons Appenzell, und [Textverlust]
parithetischen Theile des Cantons St. Gallen, in der schönen Grafschaft Toggenburg fand ich wahre
Freiheit, aber Nirgends weniger als in dem unglücklichen Gebiete, das s.g. souverainen Un-
sinnes oder Volks [Basel-Landschaft] und am Wenigsten in Frankreich. Man zieht allgemein
dem s.g. Napoleonischen Despotismus, der wenigstens seinen Ursprung in der Consequenz des
Homme de siecle hatte, dem poiristischen (?) Despotismus vor. Man sagt laut: L’ordre de
Chose ne durera pas long-tems; il nous font ou Henri V, ou la Republique avec
tous ses horreurs. Die Straßburger wollen: Reichsstädter, die Übrigen: Elseßer, aber weder Fran-
zosen, nochWürttemberger, Preußen oder Baiern seyn. Wie glücklich würden sie sich als freie Stadt
und, nebst Rheinbaiern, mit Baden, dessen sanftes und gemäßigstes Gouvernement überall
geachtet ist, verbunden fühlen. Auch Base. dieses unglückliche, so schändlich mißhandelte, edelmüthige
Basel würde sich längst dem teutschen Bundeangeschlossen haben, wenn ihm die Existenz als freie
Stadt garantiert und das Canton Mühlhausen zurückgegeben seyn würde. In Basel ist es jetzt allge-