[Textverlust] Bauart höchst ausgezeichneten, freiheren Benediktinerkloster jezt [???]wollenmanufaktur des Be.
Eichthal, hinaufzubringen, als mich ein Schneegestöber überraschte, und zwang zu Obersbach am Fuße des Feldberg’es, der
Höchsten Höhe des Schwarzwalds, zu übernachten. Dort wäre ich aber fast festgeschneit, weiter zu gehen war unmöglich, ich mußte
bis über die Knie im Schnee, zurück nach St. Blasien, und dann in dem höchstromantischen Albthale hinab, bald löste sich der Schnee
in Regen auf, und gänzlich durchnässt, in Sturm und Regen, erreichte ich endlich Klein Lauffenburg, um mich dort zu trocknen,
zu erholen und zu übernachten. Über die ehemalige gefürstete Abtei Seckingen, Rheinfelden und Augusta Rauricorum
jetzt Augst, erreichte ich Basel, bleib dort fast acht Tage und ging dann nach den schönen Ufern, der Aar, Reuß und
Limmat, nach den Schlössern Wildegg, Birseck, Dorneck, Wildenstein und und Ramstein, nach Aarau, Olten [südwestlcih vor Aarau am Aare], Brugg, Windisch sonst
Vindorihja, und Königsfelden, wo Kaiser Albrecht I. ermordet wurde, nach den Bädern Habsburg-Bad bei Schinznach und
Baden, so wie nach Zürich. Am 27sten December 1833 stand ich auf Habsburg’s Zinnen im herrlichsten Sonnenschein,
kein Schnee als auf den fernen Alpen, einer unvergleichlichen Aussicht genießend. Von Zürich aus ging ich nun
am rechten Limmatufer hinab, über das große Cisterzienserkloster Wettingen, wiederum über Reuß und Aar, durch das
[Textverlust]thal wieder nach Rheinfelden, und, das Baden‘sche durchstreifend, hinauf zur merkwürdigen St. Chrishona=
[Textverlust]elle und hinab nach Basel. Da aber das Wetter nun gar sich nicht bessern wollte; so gedachte ich dessen Aen=
[derung ?] in Straßburg abzuwarten, bestieg den Eilwagen und war am zweiten Tage des neubeginnenden Jahres hier.
[Textverlust] meiner Studienjahre erinnernd, besuchte ich hier eine Menge Vorlesungen aller Fakultäten, mehr nur
[Textverlust]ig an, den Karnevals [Textverlust]keiten Theil, besuchte den Cirkus s.g. engl. Kunstreiter, hier die Weltbew[Textverlust]
[Textverlust] Theater und Conzerte und [Textverlust] in nächster Woche; wenn es [Textverlust]
[Textverlust] veränderliche, aber [Textverlust] kalte Wetter gestattet, die Schönheiten des Elsaß und dann Würtemberg [Textverlust]
und Baden zu bereisen. Als dann wird mir hoffentlich der Besuch des Schwarzwaldes besser gelingen als
das erste Mal. Ich werde mich dem Bodensee wieder nähern, indem ich Hohentwiel besuche, mich aber durch
den Schwarzwald zurück nach Basel begeben. Von hieraus geht denn mein Plan dahin: nur die Thäler
und Seen der Schweiz, auch meist nur das mir Unbekannte, wie Solothurn, Freiburg, Neuenburg,
Sarsen [?], Stanz, Luzern, Schwyz, Zwingli’s Todes und Geburtsstätte, Kappel und Liesinghaus, Scheffers [?] und
Chur zu besuchen. Vielleicht wende ich meine Schritte auch noch ein Mal meinem lieben Appenzell’er
Lande zu, um den Säntis, wenn es möglich ist, zu besteigen oder wenigstens ihm mehr zu nahen. Auch
werde ich das kleine Fürstenthum Liechtenstein nicht unbesucht lassen. Vor allem freue ich mich aber darauf
mich wieder dem Süden, Hespanien’s gesegneten Fluren, Italien zu zuwenden; doch dazu gehört freund=
licheres, wärmeres Wetter, als das Jetzige.
Mit der Bitte mich dem Andenken Ihrer Frau Gemahlin, so wie Ihrer ganzen Familie auf das
Angelegentlichste zu empfehlen, mit den besten herzlichsten Wünschen für Ihr und Ihrer Familie
Wohl und Wohlbefinden, verbindet noch den Ausdruck inniger Hochachtung,
Herr Schulrath! Ihr aufrichtigst ergebener Schüler
Friedrich Prinz zur Lippe
Straßburg den 13ten Februar 1834.